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| Willi Igel in Mexiko (ay, ay, ay, ay...) |
| Es tut sich was in Mexiko! Die dortigen Grünen haben vor dem Hintergrund steigender Mordraten und einer ständig wachsenden Anzahl von Entführungen mit Lösegelderpressungen jetzt die Konsequenzen gezogen. Sie fordern die Wiedereinführung der Todesstrafe für Mörder und Entführer. Die Grünen und die Todesstrafe! Auf deutsche Verhältnisse übertragen ist das ungefähr so, als würde Claudia Roth verlangen, dass wir Guantanamo von den Amis übernehmen, um dort unsere Falschparker zu inhaftieren. Oder als würde ein Bischof den Holocaust leugnen. Aber das nur nebenbei. Ein Volk, das so mutig gegen den Strom des Zeitgeists schwimmt – das hat mich neugierig gemacht. Also auf nach Mexiko, ins Land der Mariachis! |
| Als erstes wollte ich einen Blick auf die mexikanische Küche werfen. Da gibt es die auch in Deutschland bekannten Spezialitäten wie Tacos, Enchiladas, Quesadillas, Tortillas, Nachos und Cucarachas. Und natürlich die Bohnenpampe und die Guacamole, die die Mexikaner einmal grundsätzlich zu jedem Gericht servieren, wahrscheinlich sogar zum Dessert. Bei all den spanischen Namen ist es nicht immer ganz einfach, den Unterschied zum Beispiel zwischen Taco und Burrito herauszufinden. Zum Glück reichen die meisten Lokale aber auch internationale Speisekarten, das erleichtert die Sache. |
| Nun gut, dass Peso mit Poids, also Gewicht, zu übersetzen ist, wusste ich auch noch nicht. Wahrscheinlich muss man da erst eine Ausbildung zum Gewichtheber machen, bevor man mit den 70 Hanteln zum Dinner gehen kann. Wie dem auch sei, die mexikanische Küche erfreut sich größter Beliebtheit. Und die guten Kunden der mexikanischen Köche erfreuen sich größter Beleibtheit. Nicht umsonst ist Mexiko bevorzugtes Urlaubsziel der US-Amerikaner. Ich habe anhand meiner Feldstudien auf dem nordamerikanischen Halbkontinent eine Theorie entwickelt: Die amerikanische Frau von 45 Jahren wiegt entweder 45 Kilo oder 145 Kilo oder 245 Kilo. Irgendwann, so mit 20 Jahren etwa, wird da eine Leitentscheidung getroffen, welcher der Kategorien die jeweilige Frau später einmal anzugehören wünscht. Und je nach Präferenz wird dann auf Fitness oder Fatness gesetzt und das ganze Leben diesem Ziel untergeordnet. Mit 45 wird das Zielgewicht erreicht, dieser Sockel dann meist bis mindestens zum Erreichen des Renteneintrittsalters gehalten. Gut, no man is an island. Aber wer einmal einen Schwarm Amerikanerinnen aus der 245er-Klasse im Atlantik vor Yucatan hat treiben sehen, weiß: Some women are! Gegen manche dieser Burgerpanzer wirken ganze Pazifikstaaten wie Tuvalu eher schmächtig. Bei den meisten sind Details wie Eheringe schon derart überwachsen, dass sie in die körpereigene Substanz übergangen sind. Bei einigen auch größere Gegenstände wie Toilettensitze, Liegestühle oder gar ganze Smarts. Genaueres kann der Gerichtsmediziner erst nach der Autopsie sagen. Aber eigentlich wollte ich mich ja nach mit den Amis beschäftigen, sondern mit den mexikanischen Stämmen und den präspanischen Kulturen. Da gab es Azteken, Mixteken, Zapoteken. Nur die Hypotheken, die sind irgendwann in die USA ausgewandert, wo sie sich noch bis in unsere Zeit halten konnten, unlängst aber durch die Hypothekenkrise in Verruf geraten sind. Das hat Auswirkungen auch auf die mexikanischen Bruderstämme: |
| Auch wer Meeresfrüchte bevorzugt, kommt in Mexiko auf seine Kosten, jedenfalls als Anglophoner. Was jedoch "Shrimp to the devil, to the wet garlic or empanizados" ist, werden nur fortgeschrittene Linguisten ahnen: |
| Take me to the Matador: Willi Igel in landestypischer Tracht |
| "Tacos mit Hühn, Kopf des Viehs" |
| Nach Absturz in der Hypothekenkrise: Mixteken stürzen sich solidarisch vom Baum |
| Und damit sind wir auch schon mitten in der mexikanischen Historie. Ich will das mal halbwegs chronologisch abarbeiten. Den Anfang machten irgendwann die schon erwähnten Azteken. Die bauten sich zu Ehren ihrer Götter ein Pyramidchen, warteten 52 Jahre und überbauten das Pyramidchen mit einer größeren Pyramide. Und nach weiteren 52 Jahren wurde wieder ausgebaut. Allerdings mit reichlich Pfusch am Bau. Während die Ägypter mühsam Stein auf Stein häufelten, haben die Azteken zwischen die Steinschichten immer wieder auch Lehm und Erde gefüllt. In der Hoffnung, dass die Götter so genau nicht hinschauen würden. So kamen dann irgendwann ganz stattliche Gebäude zusammen: |
| Sonnenpyramide in Teotihuacan |
| Mit Pyramiden nichts am Hut: Die Olmeken |
| Die Olmeken machten es sich noch einfacher. Sie schleppten keine Pyramiden zusammen, sondern bearbeiteten die Steine gleich dort, wo sie sie vorfanden. Und meißelten Porträts ihrer Götter hinein. Irgendwie machten sich die Olmeken da einfach keinen Kopf. Oder gerade doch? |
| Willi Igel bei den Mayas in Chichen Itza |
| Aber auch nur bis die Spanier kamen und die Mayas sowie die anderen mexikanischen Stämme christianisierten. Auf die Pyramiden wurden nicht selten Kirchen gesetzt, um gleich einmal deutlich zu machen, wer in der neuen Hackordnung oben steht. Mit den heidnischen Götzen wurde aufgeräumt, ganze Stämme hingemetzelt. Die Diskotheken etwa überlebten die Massaker nicht. |
| Auch deswegen hat sich in Mexiko ein ganz eigenes Liedgut entwickelt. Hier ist der Einfluss der Eroberer nicht zu unterschätzen. |
| Deutlich schwerer zu ertragen ist dagegen die traditionelle mexikanische Mariachimusik. Dies liegt vor allem daran, dass es eigentlich nur ein einziges echtes Mariachi-Lied gibt: „Cielito Lindo“, gut zu erkennen am mit ay, ay, ay, ay, beginnenden Refrain. Damit gefühlt eine Million Mariachi-Trios in Lohn und Brot zu halten, ist ein volkswirtschaftliches Meisterstück, das gerade in Zeiten der Finanzkrise Hoffnung auf die Selbstheilungskräfte angeschlagener Branchen gibt. Allerdings auf Kosten der Touristenohren. Bereits am dritten Urlaubstag zum hundertsten Mal Cielito Lindo zu hören, gibt zwar Anlass zu ausgelassenen Jubiläumsfeierlichkeiten, zählt ansonsten aber zu den Erfahrungen, auf die man durchaus hätte verzichten können. |
| Fazit: Wer nach Mexiko reist, muss eigentlich vom wilden Affen gebissen sein! |
| Hier noch einige weitere meiner Lieblingsschnappschüsse aus Mexiko: |
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| Nicht immer sind die Übersetzungen sehr aussagekräftig. Ein "all you can eat"-Lokal zum Beispiel hatte mit dem folgenden Hinweis versucht, die deutschsprachige Klientel zu begeistern: |
| Glücklicherweise gab es auch eine französische Übersetzung, die wesentlich deutlicher formulierte: |
| "Herr Ober, due Babelfisch mit Pommes por favor!" |
| Grosses Buffet |
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| Bleiben die Mayas. Bienenfleißig (vgl. auch Waldemar Bonsels, die Biene Maya, 1912) und ganz ohne Pfusch am Bau stellten sie massivsteinerne Pyramiden auf die Yucatan-Halbinsel. |
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| Grand Buffet |
| Voll im Trend: Karaoke im Franziskanercafé (Kloster von Izamal) |
| Ay, ay, ay, ay – Lärmbelästigung beim Mittagessen
: Den Protagonisten steht die Begeisterung ins Gesicht geschrieben. |
| Spanischer Geistlicher in Vorbereitung auf ethnische Säuberungen (Kathedrale von Taxco) |
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| Ola, amigo! (dieser olle Kerl zum Beispiel hatte Willi zum Fressen gern...) |
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| Siesta Mexicana |
| Igeluana |
| Wasser, marsch! ("Seid getrost, ich bin es; fürchtet euch nicht!") |
| ... und diese Schlange hier auch! |
| Willis neuer Dienstwagen |
| Die sehen nicht alle aus ... |
| ... wie die Zweite! |
| Eine Bootsfahrt die ist lustig, eine Bootsfahrt die ist schön, denn da kann man für zehn Pesos Mariachi kentern sehn ... |
| Mein Willi hat ... |
| Willi und sein mexikanischer Ur-Ur-Ur-Ur-Ur-Ur- Urgroßcousin |
| Lapdancing auf dem Laptop... |
| ... drei Hüte, |
| ... ja drei Hüte hat mein Willi... |
| Entscheidend ist, was oben raus kommt! (Willi am Popocatepetl) |
| Von Willi an den Überresten dieser Pyramide entdeckte Hieroglyphen beweisen: Das Volk der horrenden Hypotheken trug die Alleinschuld am Untergang der Mayas. |
| Flower Power |
| Tower Power |
| Auferstanden aus Ruinen... |
| Mauerbauer? (oder etwa das erste Poster von Keith Richards?) |
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| Ätzend in Edzna: Die vielen Stufen! |
| Ätzend in Vistahermosa: Die vielen "Haustiere"! |
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| Aber das dachte Willi nur, bis er diese Mutter aller Wahrsagerstufenpyramiden in Uxmal erklomm. |
| Dieser nette Zeitgenosse sitzt hier wohl auch schon etwas länger- aber Papageien werden ja bekanntlich steinalt: |
| Hut- und fassungslos: Schon wieder so viele Stufen! |
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| Gruppenbild mit Igel |